Ein Design, das Leben retten kann

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Ein Design, das Leben retten kann
 

Wer hat es noch nicht erlebt: Ein Unfall auf der Autobahn und die Rettungsgasse wird nicht richtig gebildet, weil man einen Blick auf den Unfall erhaschen will. Blaulicht und Martinshorn sind zu hören und die Menschen schauen, was passiert ist. Eine Menschentraube auf der Straße entsteht und man möchte wissen, warum? Neugier ist menschlich. Aber Schaulustige, die an Unfallorten das Geschehen beobachten, fotografieren oder filmen, gefährden das Leben der Unfallopfer und manchmal sogar ihr eigenes. 

Auch die Rettungskräfte der Johanniter erleben immer wieder, dass ihre Arbeit durch Schaulustige behindert wird. Die Verbreitung von Smartphones und die Veröffentlichungsmöglichkeiten in den Sozialen Medien haben die Problematik noch verschärft. „Das muss sich ändern, denn oft entscheiden schon wenige Minuten über Leben oder Tod“, so Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe. 

„Gaffen tötet – die kreative Idee 
Scholz & Friends möchte gemeinsam mit den Johannitern und der Aktion #gaffentötet Aufmerksamkeit für das brisante Thema „Gaffen am Unfallort“ schaffen. Dazu wurde eine innovative Design-Idee entwickelt: Durch ein Muster auf Basis der QR-Technologie, welches auf den Einsatzfahrzeugen und der Ausrüstung der Rettungskräfte angebracht werden kann, sollen Schaulustige, die mit ihrem Smartphone das Geschehen festhalten wollen, davon abgehalten werden. Der in dem Muster enthaltende QR-Code löst auf dem Handy der filmenden Person den automatischen Warnhinweis „Gaffen tötet!“ aus. So soll Gaffenden ihre Tat unmittelbar bewusst gemacht werden. Sie erwischen sich praktisch selbst auf frischer Tat. 

Ramona Junggeburth und Christoph Schlossnikel, Creative Director Directors bei Scholz & Friends:
Kreativität hat die Kraft, echte Probleme zu lösen. Mit dieser Aktion wollen wir zeigenwelche unerwartete Funktionalität in Design steckt und wie man dadurch Menschen für lebenswichtige Themen sensibilisieren kann.  

Von der Idee zur Umsetzung
Die Idee wird nun gemeinsam mit den Berliner Johannitern im Arbeitsalltag getestet. Acht Rettungswagen und ein Intensivtransportwagen sollen mit dem innovativen Design ausgestattet werden. David Kreuziger, Mitglied des Landesvorstands der Johanniter in Berlin/Brandenburg und selbst Notfallsanitäter, ist sich sicher, dass die Aktion großes Interesse auch bei anderen Betroffenen hervorrufen wird: „Gaffer sind ein Riesenproblem in allen Rettungsdiensten, daher sind wir sicher, dass diese Aktion eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und Nachahmer in der gesamten Branche finden wird.“ Auch Jörg Lüssem bekräftigt dies: „Es macht mich stolz, dass wir als Johanniter hier Vorreiter für etwas sind, was viele weitere Organisationen zum Mitmachen anregen wird.“ 

Achtung! Gaffen ist kein Kavaliersdelikt. Seit dem 1.1.2021 gilt laut Paragraf 201a des Strafgesetzbuches, dass das Fotografieren oder Filmen eines Unfalls mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren belangt werden kann.